Entführung japanischer Bürger durch Nordkorea

Fälle, in denen eine Entführung durch Nordkorea nicht ausgeschlossen werden kann

1. Grundlegende Position

  Zusätzlich zu den japanischen Bürgern, die gemäß Artikel 2 des Gesetzes über die Unterstützung von Entführten und anderen von Entführungen durch nordkoreanische Behörden betroffenen Personen (im Folgenden „Unterstützungsgesetz“) bereits als von nordkoreanischen Behörden Entführte identifiziert worden sind, ist sich die Regierung Japans ebenfalls der Tatsache bewusst, dass in anderen Fällen von vermissten Personen eine Entführung durch Nordkorea nicht ausgeschlossen werden kann. Die Regierung setzt sich mit Nachdruck dafür ein, um eine vollständige Rechenschaft über diese ungelösten Fälle zu erhalten. Die beteiligten Ministerien und Regierungsbehörden arbeiten bei der Faktensammlung sowie bei Ermittlungen und Nachforschungen sowohl in Japan als auch im Ausland eng zusammen. Wenn eine Ermittlung ergibt, dass ein Fall mit einer Entführung durch nordkoreanische Behörden im Zusammenhang steht, fügt die Regierung Japans die vermisste Person sofort der Entführtenliste hinzu, wie im Unterstützungsgesetz vorgeschrieben.

2. Sichere Rückkehr aller Entführten

  Die Regierung Japans hat wiederholt gefordert, dass Nordkorea die Sicherheit aller Entführten, nicht nur derjenigen, die auf japanischer Seite bereits offiziell als solche identifiziert worden sind, gewährleistet und die sofortige Rückkehr all dieser Personen nach Japan erlaubt.

3. Japans Forderungen an Nordkorea

  Die Regierung Japans hat Nordkorea wiederholt aufgefordert, Informationen zu Vermisstenfällen bereitzustellen, in denen eine Entführung durch Nordkorea nicht ausgeschlossen werden kann. Die Regierung Japans hat Nordkorea Informationen zu mehr als 30 solcher Personen ausgehändigt und es aufgefordert, Ermittlungen in diesen Fällen einzuleiten. Die Regierung Japans hat Nordkorea ebenfalls wiederholt gebeten, alle zusätzlichen Informationen zu Entführungen japanischer Bürger bereitzustellen, ohne Rücksicht darauf, ob ein bestimmter Fall speziell in den Anfragen der Regierung erwähnt worden ist oder nicht.

Terminologie: Vermisste Japaner, die möglicherweise von Nordkorea entführt wurden
  Die „Kommission für vermisste Japaner, die möglicherweise von Nordkorea entführt wurden“ (Commision on Missing Japanese Probably Related to North Korea: COMJAN) (auf Englisch) External link, ist eine private Organisation, die sich auf Anfrage von Familien, die glauben, dass ihre vermissten Familienangehörigen möglicherweise von Nordkorea entführt worden sein könnten, mittels unabhängiger Ermittlungen mit diesen Vermisstenfällen beschäftigt. Fälle, in denen Ermittlungen durch diese Kommission eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Entführung ergeben, werden von COMJAN als „Fälle Nr. 1000“ bezeichnet.
Die Regierung Japans benutzt diese Terminologie nicht, da die von japanischen Ministerien und anderen Regierungsbehörden ermittelten Fälle nicht auf „Vermisste Japaner, die wahrscheinlich mit Nordkorea zusammenhängen“ beschränkt sind. Statt dessen benutzt die Regierung den Ausdruck „Fälle von vermissten Personen, in denen die Möglichkeit einer Entführung durch Nordkorea nicht ausgeschlossen werden kann“.