Entführung japanischer Bürger durch Nordkorea

Entführte Personen aus anderen Ländern

Die Besorgnis in Japan und im Ausland nahm zu, als Berichte von den nach Japan zurückgekehrten Entführten bezeugten, dass Menschen aus Thailand, Rumänien, Libanon und anderen Ländern außer Japan in Nordkorea leben, die ebenfalls entführt worden sein könnten.

Entführung von Staatsangehörigen der Republik Korea (Südkorea)

  Im April 2006 ergab eine von der Regierung Japans veranlasste Analyse der DNA eines Mädchens, das von Nordkorea als Megumi Yokotas Tochter vorgestellt wurde, dass Kim Young-Nam, ein von Nordkorea entführter Staatsbürger der Republik Korea, mit Megumi Yokota, einer entführten japanischen Staatsangehörigen, verheiratet war. Diese Entdeckung veranlasste Familienangehörige von Entführten aus Japan und der Republik Korea, sich gegenseitig zu treffen, um die kooperativen Beziehungen zu festigen und in beiden Ländern in dieser Angelegenheit zusammenzuarbeiten.
  Von Nordkorea entführte koreanische Staatsangehörige werden in der Republik Korea Nabbuk-ja (von Nordkorea entführte Personen) genannt. Laut Stand vom November 2007 sind gemäß den von der Regierung der Republik Korea abgegebenen öffentlichen Erklärungen mehr als 80.000 Bürger der Republik Korea während des Korea-Kriegs (1950–1953) von Nordkorea entführt worden, wobei über 3.000 Bürger der Republik Korea seit dem Waffenstillstand entführt wurden. Von diesen Fällen sind die Sicherheit und der Verbleib von 480 Entführten noch nicht bestätigt worden.
Diese Situation hat mehrere Gruppen in der Republik Korea, die aus Familienangehörigen der Entführten bestehen, mobilisiert. Diese Gruppen stehen in aktiver Wechselbeziehung und Zusammenarbeit mit den Familien japanischer Entführter.

Entführung von Staatsangehörigen Thailands, Rumäniens und anderer Länder

  In Thailand gibt es Informationen, die andeuten, dass eine Frau namens Anocha Panjoy im Jahr 1978 von Nordkorea entführt wurde.
Rumänische Beamte haben ebenfalls Informationen, dass eine Frau namens Doina Bumbea 1978 in Rom, Italien, von Nordkorea entführt wurde.
Familienmitglieder dieser beiden Personen und von japanischen Entführten haben sich in beiden Ländern getroffen und eine Zusammenarbeit vereinbart, um an Rettungskampagnen für die Entführten teilzunehmen.

Entführungen von nordkoreanischen Staatsangehörigen aus Japan

  Im April 2007 erklärten japanische Polizeibehörden den Fall von zwei jungen Geschwistern (Schwester und Bruder) nordkoreanischer Staatsangehörigkeit, die 1973 verschwanden (Ko Gyong-Mi und ihr Bruder Ko Gang) zu einem Entführungsfall durch Nordkorea.
Die Regierung Japans vertritt den Standpunkt, dass Entführungen eine schwere Verletzung der Menschenrechte, ungeachtet der Staatsangehörigkeit, und gleichzeitig eine Verletzung der nationalen Souveränität Japans sind. Aus diesem Grund fordert die Regierung, dass Nordkorea diese beiden Personen nach Japan, dem Ort ihrer Entführung, zurückkehren lässt, und dass auch in diesem Fall vollständige Rechenschaft abzulegen ist.